Mein Weg als Künstlerin

 

Schon als Kind habe ich ständig gemalt und fand Im Malen einen Ort der Einkehr. In der Zeit meines Aufwachsens malte ich täglich - während des Unterrichts in der Schule, zu Hause in meiner Freizeit und überall wo ich war. Ich war immer zufrieden, wenn ich malen konnte. In meiner Jugend kam der Tanz als weitere Ausdrucksmöglichkeit hinzu. Als Teenager sammelte ich erste Bühnenerfahrung und begann schon früh, selbst zu choreografieren. Eine wichtige Inspiration erfuhr ich von meinem Kunstlehrer im Leistungskurs Kunst, der mich darin bestärkte, meine Ausdruckskraft auch in Performances umzusetzen. Mir wurde im Bereich Kunst großes Talent zugesagt und so wurde ich auch für ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München angenommen. Ein gutes Gespür für Materialästhetik gepaart mit einer starken körperlichen Darstellungskraft führte dazu, dass ich in kurzer Zeit eine gewisse Bekanntheit in der Szene erlangte. Ich wurde für ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes ausgewählt, stellte in Galerien aus und erntete sehr viel Zuspruch.

Doch trotz des ganzen Erfolges als aufstrebende Künstlerin spürte ich immer deutlicher, daß es mir tief drinnen nicht gut ging. Glücklicherweise war ich fähig, auf meinen Körper zu hören und legte eine Pause ein. Ich nahm eine Auszeit vom Kunstmarkt und begab mich auf den Weg, mich selbst besser kennen zu lernen. Im Laufe dieses Prozesses wurde mir klar, wie oft ich über meine Grenzen gegangen war. Zwar hatte ich eine starke Begabung, gesellschaftliche Phänomene oder Gefühle durch meine Kunst auszudrücken, wie ich das jedoch in einer für mich gesunden Weise tun könnte, hatte ich bislang nicht gelernt. So begann ich, besser auf meine Intuition zu hören und malte auch einfach mal drauf los. Ich malte mich frei. Über viele Jahre zeichnete ich im engen Kontakt mit der Natur und meinem Herzen. Ich tauchte tief in mich, blieb der öffentlichen Auseinandersetzung aber fern und war über Jahre auf keinem Foto zu sehen.

Das Geschenk dieser Pause öffnete mir auch die Tore für eine intensive Auseinandersetzung mit dem körperlichen Sein. Dies drückte sich in den Ausbildungen zur Heilpraktikerin, Cranio-Sacral-Therapeutin und Yogalehrerin aus. Meine Bilder und Zeichnungen aus dieser Zeit sammelte ich und zeigte sie kaum. In meiner Abschlussarbeit an der Kunst-Akademie wagte ich es auch zum ersten mal wieder, eine Performance im Kontakt mit der Erde zu zeigen. Langsam begab ich mich wieder ins Feld der Darstellenden Kunst und zeigte mich damit. Ich tanzte viel und malte in Resonanz mit Orten, Kräften und der Natur. Durch die transformierende Erfahrung der Schwangerschaft und die Geburt meiner Tochter kann ich nun noch tiefer in die wundersame Welt des menschlichen Seins eintauchen. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist es nun, mich mit meiner Kunst zu zeigen und meine gesammelten Werke der Welt verfügbar zu machen.